kochen

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(„waldrand“. tunnbröd – giersch – schneckeneier. foto: feldküche)

als kinder hatten wir die wildnis gleich hinter dem gartenzaun: nach der schule und dem verschlingen des mittagessens verbrachten wir jede freie minute im wald – mit herumsausen, spielen, herumblödeln, entdecken und verstecken – zwischen felsen und latschen, auf lichtungen und am wasser. feuermachen und darauf alles mögliche ‚grillen‘ und verbrennen, war dabei eines unserer lieblings-verbotenen-dinge..  bei einbruch der dunkelheit kamen wir erschöpft, zerkratzt, verdreckt und unheimlich glücklich wieder aus dem dickicht hervor. dieses mitten in der natur sein, das erfahren der stimmungen, düfte und geschmäcker bilden – neben einem sehr kulinarischen elternhaus – die basis meines kochens.

ein onkel von mir hatte sich sogar an seinem arbeitsplatz – beim schrankenwärterhäuschen – einen kleinen küchengarten angelegt, wo er sich für den dienst mit frischem gemüse versorgte; auf seinem bauernhof gab es dann ohnehin „alles“. daheim haben meine eltern, großeltern, onkel und tanten ganz selbstverständlich gemüse angebaut, pilze, kräuter und beeren gesammelt, tiere aufgezogen, geschlachtet, verkocht, verwurstet und zu speck gemacht; es wurde brot gebacken, gemostet, schnaps gebrannt, sauerkraut eingestampft und essig angesetzt; meine omas ließen beim kochen den allereinfachsten zutaten sehr viel zeit und widmung angedeihen, um daraus täglich köstlichkeiten für die ganze familie zu erschaffen.

als ich von zuhause ausgezogen bin, war es so, dass ich nach und nach mehr zeit in der küche als auf der uni verbrachte; irgendwann bestand mein tag (fast) nur noch aus kochen und musik machen.

auch wenn ich mein aktives musizieren mittlerweile ganz gegen das kochen eingetauscht habe; letztlich sind es natur und musik, die mich mich inspirieren und vorbild für reduziertheit und klarheit sind.

ein wort zur „technik“: ich überlege mir bei vielem, das ich zubereite: „was hätte meine uroma gemacht?“. das ist mein ausgangspunkt. – wenn ich zeitgemäßes küchenhandwerk und -technik benutze, sind die gründe meist: praktikabilität, hygiene und logistik; aber immer im hinterkopf:  wie’s meine uroma gemacht hätte – respektive heute machen würde..


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