kochen

 

11816828_900027976735915_8609890075652339784_n

(tunnbröd – giersch – schneckeneier. foto: feldküche)

ich koche ganz gut.. ..und erzähle damit geschichten.

eine idee, eine zutat, ein gewürz, ein gemüse, ein gerade erlegtes tier, die natur in ihrer vielfalt oder ein abstrakter gedanke – alles mögliche kann beim kochen eine rolle spielen.  was letztlich dabei passiert, beruht wiederum auf meiner eigenen geschichte; meinen erlebnissen und erfahrungen – und meiner phantasie.

als kind hatte ich die wildnis gleich hinter dem gartenzaun: im wald, wo ich mit meinen freunden nach der schule und dem verschlingen des mittagessens jede freie minute mit herumsausen, spielen, tiere beobachten, planschen im bach, entdecken und verstecken im wald verbrachte – zwischen felsen und latschenkiefern, auf lichtungen und am wasser. feuermachen und darauf alles mögliche grillen und verkohlen, war dabei eines unserer lieblings-verbotenen-dinge.. erst bei einbruch der dunkelheit kamen wir erschöpft, zerkratzt, verdreckt – aber unheimlich glücklich wieder aus dem dickicht hervor. dieses mitten in der natur sein ist prägend für meinen unmittelbaren, naturverbundenen zugang zum kochen.

mein „bahnwärteronkel“ hatte sich sogar hinter dem schrankenwärterhäuschen einen kleinen küchengarten angelegt, wo er sich für den dienst mit frischem gemüse versorgte; auf seinem bauernhof gab es dann ohnehin „alles“; so wurde daheim von meinen eltern, großeltern, onkeln und tanten ganz selbstverständlich selbst gemüse angebaut, pilze, kräuter und beeren gesammelt, tiere geschlachtet, verkocht, verwurstet und zu speck gemacht; es wurde brot gebacken, most, schnaps und essig wurden hergestellt. meine omas ließen beim kochen den allereinfachsten zutaten sehr viel zeit und widmung angedeihen, um daraus täglich neue herrlichkeiten entstehen zu lassen.

als ich von zuhause ausgezogen bin, um zu studieren, war es so, dass ich allmählich mehr zeit in der küche als auf der uni verbrachte; irgendwann bestand mein tag (fast) nur noch aus kochen und musik machen.

auch wenn ich mein halblebenslanges musizieren gegen das kochen eingetauscht habe; musik inspiriert mich jeden tag und ist maßstab für mich auf der steten suche nach noch mehr reduziertheit und klarheit.

letzlich gebe ich dieses erlebte und verinnerlichte, gefundene, gefühlte, erspielte, gehörte, geschmeckte und reduzierte wieder: in meinen geschmacksideen und gerichten.

noch ein wort zur „technik“. ich überlege mir bei allem, das ich zubereite: „wie hätte meine uroma das gemacht?“. das ist mein ausgangspunkt. wenn moderne „küchentechniken“ und -geräte benutze, sind die gründe meist: hygiene, logistik und praktikabilität; aber immer im streben danach „wie’s meine uroma gemacht hätte“..